Stefan Lenz
Stefan Lenz
20.01.2018

Warum die Keule von «No Billag» zu gross ist

Auch mit ausgeprägt liberalem Gedankengut bin ich der Meinung, dass die von den Initianten propagierte freie Medienlandschaft mit der sie «No Billag» bewerben, der falsche Ansatz ist - die «Keule» ist zu gross. Es gibt nicht für alles einen Markt, der es dann «schon richten» wird.

Die Produktionen der SRG, die ich konsumiere sind qualitativ mehrheitlich gut - meistens nutze ich dazu Swisscom TV mit Replay, ich bin also kein linearer «Fernseh-Zuschauer». Die konsumierten Produktionen sind typischerweise Formate wie die Tagesschau, 10vor10, Eco, Rundschau, Schweiz Aktuell usw. Die Montagabend-Quiz-Sendungen oder eine «Samstag-Abend-Kiste» sind nicht auf meinem Bedarfsradar (möglicherweise aber auf dem Radar von anderen SRG-Kunden).

Ich bin aber auch der Meinung, dass die SRG über die Bücher gehen muss und das Angebot zu fokussieren hat. Ein «Right-Sizing» ist angesagt. In den letzten Jahren ist das «Angebot» schon ausgeufert. Möglicherweise auch deshalb, weil man über die Billag-Gebühren ohne Mühe zu neuen zahlenden Kunden kommt - das gelingt uns selbständigen Unternehmern nicht.

Wir brauchen in der Schweiz weiterhin ein öffentliches, unabhängiges Medienunternehmen - mit einem klareren Leistungsauftrag als heute und mit tieferen Kosten als heute. Weiterentwickeln kann man aber nur etwas, das noch existiert - deshalb ist meine Antwort auf «No Billag» klar: Nein.